Digitales Aufmaß eröffnet neue Wege für Handwerksbetriebe


Bauverbände starten gewerkeübergreifende Digitalisierungswerkstatt

Gut angekommen ist der erste Workshop, der als Auftakt einer mehrmonatigen gewerkeübergreifenden Digitalisierungswerkstatt zum Thema „Digitales 3D-Aufmaß und Drohneneinsatz auf der Baustelle“ Ende Januar stattfand. „Die Nutzung digitaler 3D-Aufmaß-Techniken bietet Bauhandwerksfirmen vielfältige Chancen – sowohl bei der Optimierung betrieblicher Prozesse als auch bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder“, erklärt Manuela Schwörer, Leiterin der Geschäftsstelle Freiburg der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. Ziel der Digitalisierungswerkstatt ist es, Unternehmen des Bau- und Ausbaugewerbes beim Einstieg in die neue Technologie zu unterstützen. Insgesamt sieben Betriebe aus dem Bau-, Dachdecker-, Maler-, Stuckateur- und Zimmererhandwerk beteiligen sich an der Maßnahme.

Inhaltlich bot der erste Workshop den Teilnehmern zunächst Gelegenheit, wesentliche Grundlagen der Vermessung kennenzulernen. Martin Huppenbauer vom Esslinger Vermessungsbüro Hemminger stellte aktuelle Entwicklungen im Bereich 3D-Aufmaß vor und erläuterte wichtige Fachbegriffe. Im Anschluss präsentierten verschiedene Firmenvertreter anhand verschiedener Instrumente – darunter Totalstationen (elektronische Tachymeter) und 3D-Scanner – die unterschiedlichen Messmethoden. Für die Zuschauer war es dabei faszinierend zu beobachten, wie mit Hilfe digitaler Techniken Räume in nur wenigen Minuten dreidimensional erfasst werden können. Bei einer abschließenden Diskussion konnten die Teilnehmer sich über die vorgestellten Techniken sowie Einsatzmöglichkeiten in ihren Unternehmen austauschen.

Nach dem erfolgreichen Auftakt wird die Digitalisierungswerkstatt in den kommenden Monaten mit drei weiteren Workshops fortgesetzt. Die nächste Veranstaltung findet am 4. März zum Thema „Aufmaß mit Drohnen und Photogrammmetrie“ statt. Im dritten Workshop geht es dann um Fragen der Umsetzung im Betrieb und der Kundenakzeptanz. In einer Schlussveranstaltung, die im Sommer 2020 geplant ist, haben die Mitwirkenden die Möglichkeit, die für ihr Unternehmen gewonnenen Erkenntnisse vorzustellen und zu diskutieren.

Zusätzlich zu den Workshops zählt die individuelle Begleitung der beteiligten Unternehmen durch professionelle Berater zum Programm der Digitalisierungswerkstatt. In intensiven Vor-Ort-Gesprächen sollen dabei je nach Wunsch z. B. Detailanforderungen oder firmenspezifische Lösungen erarbeitet werden. Um die in den Workshops gewonnenen Ergebnisse auch anderen Betrieben zugänglich zu machen, werden nach Abschluss der Veranstaltungsreihe Transferunterlagen erstellt. Diese werden veröffentlicht und interessierten Handwerksverbänden zur Weitergabe an ihre Mitglieder zur Verfügung gestellt.

Das Projekt Digitalisierungswerkstatt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg finanziell gefördert. Es ist eingebunden in die „Zukunftsperspektive Handwerk 2025“ des Ministeriums und des Baden-Württembergischen Handwerkstags..

Nach oben