Arbeitgeberattraktivität

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Warum sich attraktive Arbeitgeber leichter tun bei der Personalsuche

Ein Arbeitgeber, der in einen guten Ruf hat, bekommt mehr Bewerbungen als einer mit einem weniger guten Ruf. Das leuchtet sofort ein. Nicht ganz so einfach ist die Frage zu beantworten, was einen Arbeitgeber in den Augen möglicher Mitarbeiter beliebt macht. Denn das können ganz unterschiedliche Dinge sein.

Ein bisschen für sich werben gehört dazu

Jeder Betrieb muss für sich selbst herausfinden, was ihn vor anderen auszeichnet. Dazu kann man durchaus auf die eigenen Mitarbeiter zurückgreifen und nach deren Meinung fragen.

Mit diesen besonderen Leistungen darf der Betrieb dann auch ruhig werben. Zum Beispiel auf der eigenen Website oder in Stellenanzeigen: „Warum wir ein attraktiver Arbeitgeber sind …“, in Imageanzeigen im örtlichen Anzeigenblatt oder in Verbindung mit den Weihnachts- und Neujahrsgrüßen an die Kundschaft. Auch bei Werbeaussendungen an potenzielle Kunden darf der Fingerzeig auf sich selbst als attraktiver Arbeitgeber nicht fehlen. Damit die Kunden wissen: Hier wird gerne gearbeitet. Und deshalb auch gut.

Wie wird man ein attraktiver Arbeitgeber?

Es gibt im Wesentlichen fünf wichtige Handlungsfelder, auf denen die Inhaber kleinerer und größerer Handwerksbetriebe sofort aktiv werden können.

1) Attraktive Arbeitsbedingungen schaffen

Dreh- und Angelpunkt ist hier Flexibilität bei den Arbeitszeiten, die für den Ausgleich zwischen Beruf und Privatleben sorgen. Neue Mitarbeiter werden schon im Bewerbungsgespräch wissen wollen, wie es mit der Arbeitszeit und der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf steht. Umorganisation oder Aufgabenneuverteilung sorgen dafür, dass künftig nicht mehr so viele Überstunden anfallen.

2) Entwicklungsmöglichkeiten, Weiterbildung und Karrierepfade

Fast alle Mitarbeiter wollen beruflich und persönlich weiterkommen. Für viele ist genau das der Grund für einen Jobwechsel. Wer Bewerbern vermittelt, dass man eine gemeinsame Zukunft hat, ist auf dem richtigen Weg. Denn jeder Betrieb ist darauf angewiesen, dass die Beschäftigten können und wissen, was heute und künftig gebraucht wird. Fachliche oder persönliche Weiterbildungsmaßnahmen sind das Eine. Das Lernen bei der Arbeit darf man keineswegs vergessen, im Gegenteil: Wer das fördert und entsprechende Rahmenbedingungen schafft, macht garantiert Pluspunkte.

Und was die Karriere angeht: Eine fachliche Spezialisierung ist für viele Gesellen die viel attraktivere Alternative als mehr Managementaufgaben.

3) Arbeitsgestaltung & -organisation

Die gewohnten Arbeitsabläufe mögen früher gepasst haben – aber passen sie noch heute? Das wissen die Beschäftigten wahrscheinlich am besten, darum sollten sie gefragt werden. Eine andere Möglichkeit: Inhaber setzen die neutrale Brille eines Unternehmensberaters auf und prüfen die Organisation so, als sollte der Betrieb auf der grünen Wiese neu errichtet werden. Neue Mitarbeiter, die noch nicht „betriebsblind“ sind, können im Übrigen manche Ungereimtheit in den Abläufen aufdecken.

Zum reibungslosen Ablauf gehört auch, dass die Arbeitsplätze entsprechend gestaltet sind: ergonomisch und arbeitssicher, mit griffbereiten, guten Werkzeugen und Maschinen. Wenn schon die Arbeitsplätze unter die Lupe genommen werden, kann auch ein Seitenblick auf die Förderung der Mitarbeitergesundheit geworfen werden. Denn alles, was den Mitarbeitern guttut, tut auch dem Betrieb gut.

4) Führung und Kommunikation

Mitarbeiterführung heute ist den Beschäftigten zugewandt, wohl wissend, dass ohne sie der Betrieb schnell zusammenbräche. Anerkennung und Wertschätzung sind daher die beiden wichtigsten Merkmale guter Führung. Aber niemandem ist mit einem „Kuschelbetrieb“ geholfen: Der Chef muss auch ansagen, was erreicht werden soll. Er sorgt für die Ziele des Betriebs und bricht sie herunter bis zum letzten Arbeitsplatz. Mitarbeiter schätzen das, denn sie wünschen sich Ziele. Ist der Chef dann auch noch ein Vorbild, dem sie gerne nacheifern, ist alles im Lot.

5) Betriebsklima

Die Führungskräfte bestimmen das Betriebsklima im Unternehmen. Und über nichts spricht man privat öfter, als über miese Stimmung in der Firma, unnötigen Stress, zu viel Arbeit und zu wenig Anerkennung dafür. Eine gute Atmosphäre wollen zwar alle, ist sie aber da, wird darüber nicht mehr geredet. Wenn das gute Betriebsklima zur Mitarbeitergewinnung beitragen soll, müssen die Beschäftigten zu Firmenbotschaftern werden. Wer sie dazu ermuntert und sie für eine erfolgreiche Mitarbeitergewinnung auch belohnt, kann sich teure Werbekampagnen sparen.

Glaubwürdigkeit steht bei Interessenten an oberster Stelle. Wer in O-Tönen erfährt, dass die fünf Bereiche in dem Unternehmen, bei dem er sich bewirbt, „im grünen Bereich“ sind, wird gern dort anfangen. Wer nichts erfährt und womöglich bei einer Absage auch noch wenig wertschätzend behandelt wird, wendet sich schlimmstenfalls auch als Kunde von dem Unternehmen ab. Und spricht über seine schlechten Erfahrungen.

Employer Branding

Vom attraktiven Arbeitgeber zur Arbeitgebermarke

So wie renommierte Markenprodukte (engl. Brands) wirken, gibt es auch Arbeitgeber (engl. Employer), die sich in den Augen von Bewerbern und Mitarbeitern wie angesehene Marken auszeichnen – eben Arbeitgebermarken. Eine wichtige Aufgabe der Geschäftsführung ist es deshalb, aus einem attraktiven Arbeitgeber mit der Zeit einen Arbeitgeber mit einer unverwechselbaren Arbeitgebermarke zu machen.

Eine Arbeitgebermarke entwickelt starke Kräfte

Auch für kleine Unternehmen ist eine Arbeitgebermarke heute unverzichtbar. Dank der Zugkraft seiner Marke findet ein Betrieb schneller passende Mitarbeiter. Dank ihrer Bindekraft hält sie bewährtes Fachpersonal im Unternehmen. Und dank ihrer Strahlkraft verstärkt sie das gute Image auf dem Arbeitsmarkt.

Und wie wird man zu einer Arbeitgebermarke?

Zu einer Marke wird ein Betrieb nur dann, wenn er als Arbeitgeber hält, was er verspricht. Das gilt auf dem Arbeitsmarkt genauso wie gegenüber den Kunden. Und das passiert nicht über Nacht. Bewerbern und Mitarbeitern attraktive und aussichtsreiche Angebote zu machen und tatsächlich einzuhalten, ist eine dauerhafte Herausforderung für Arbeitgeber.

Wer nach einer Arbeitgebermarke strebt und sich auf den Weg dorthin macht, wird gleich vierfach profitieren: bei der Mitarbeiterbindung, der Mitarbeitergewinnung, bei Leistung und Ergebnis und im Hinblick auf Unternehmenskultur und Führung. Er sollte aber auch wissen, dass es etwas Zeit braucht und es auch Rückschläge geben kann.

Handouts und weitere Infos:
Checkliste: Fachkräftesicherung

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