Studie zu Beschäftigungseffekten durch die Transformation im Kfz-Gewerbe

Steckbrief

Projektträger

e-mobil BW

Status

Die Ergebnisse werden am 31. Januar 2023 vorgestellt und im Anschluss veröffentlicht.

Hintergrund

Die Studie wird die Frage klären, wie das baden-württembergische Kfz-Handwerk in Zukunft aussehen wird. Analysiert werden derzeitige Abhängigkeiten und Treiber der Veränderung des Gewerbes. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

Wie baden-württembergische Kfz-Betriebe in Zukunft aussehen

Das Kfz-Handwerk wird mit verschiedenen Auswirkungen konfrontiert. Digitalisierung und Elektrifizierung verändern den Markt, Software wird zum wesentlichen Fahrzeugbestandteil. Das Bindeglied zwischen Fahrzeugherstellern und Kunden wird durch neue Wettbewerber am Markt zurückgedrängt. Was sind die zentralen Treiber der Veränderungen?

Die Studie zu den Beschäftigungseffekten im baden-württembergischen Kfz-Gewerbe mit dem Blick auf 2030 und 2040 untersucht den Transformationsprozess und wie konkrete, praxistaugliche Handlungsempfehlungen für Vertriebe, Verbände und Politik aussehen können. Quantitative und qualitative Auswirkungen von neuen Antriebsvarianten und veränderten Vertriebsmodellen sowie digitale Arbeitsweisen werden betrachtet.

Schwerpunktthema „Transformation des Kfz-Gewerbes“ für Zukunftsinitiative Handwerk 2025

Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen der Zukunftsinitiative Handwerk 2025 vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg. Die Studie wurde von e-mobil BW in Auftrag gegeben mit dem Ziel, derzeitige Abhängigkeiten im Kfz-Gewerbe und Treiber der Veränderung zu analysieren. Gemeinsam mit der Landeslotsenstelle Transformationswissen BW werden mit den voraussichtlichen Ergebnissen im November 2022 Auswirkungen von Digitalisierung und Elektrifizierung auf die Beschäftigungsstrukturen in den Jahren 2030 und 2040 identifiziert. Unterstützt wird das Vorhaben von der baden-württembergischen IG-Metall, dem Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg und vom Strategiedialog Automobilwirtschaft BW.

Chancen und Risiken für das Handwerk

Aktuelle Tätigkeiten wie Kaufberatung, Teilelogisitk, Reparaturen von konventionellen Antrieben und Wiedervermarktung von Gebrauchtwagen werden durch die veränderte Art der Wertschöpfung umstrukturiert.

Herkömmliche Gebrauchtwagenvermittlung wird durch neue Plattformen verändert. Die Verkehrs- und Mobilitätswende sorgt dafür, dass weniger Autos fahren und lassen den Markt schrumpfen. Neue Technologien erfordern andere Kenntnisse, für Wartung und Reparaturen werden zum Beispiel Wissen über Over-the-Air-Updates und Connected Car Services benötigt. Langfristige Effekte der Corona-Pandemie wie Home Office tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, dass PKW weniger im Einsatz sind.

Handlungsempfehlungen können für Betriebe, Sozialpartner und die Politik formuliert werden. Es werden neue Berufs- und Weiterbildungsangebote entstehen, praxisorientierte Leitfäden geschrieben und gemeinsame Aktivitäten der Stakeholder initiiert.

Erste Ergebnisse

Digitalisierung und Elektrifizierung wirken sich auf alle Teilbereiche der Branche aus. Für das Kfz-Gewerbe mit seinen fabrikatsgebundenen und -unabhängigen Handels- und Handwerksbetrieben ist dieser Transformationsprozess mit weitreichenden Veränderungen verbunden. Diese erfordern eine aktive strategische und operative Anpassung.

Das Kfz-Gewerbe fungiert als Bindeglied zwischen Fahrzeugherstellern sowie Kundinnen und Kunden entlang des gesamten Kunden- und Produktlebenszyklus. Es verfügt über wichtige Kundenkontaktpunkte und bildet maßgeblich die Kundenzufriedenheit und -bindung im Handel. Im Werkstattgeschäft sorgt es mit seinen Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für den Erhalt von Funktion und Sicherheit bei Kraftfahrzeugen.

Im Handel unterliegt das bis dato vorherrschende selektive Vertriebsmodell einem Wandel hin zu Agenturmodell, Abomodell sowie Direktvertrieb. Zusätzlich treten durch die Möglichkeiten der Digitalisierung zahlreiche neue Wettbewerber in den Markt ein, darunter neue finanzstarke Online-Plattformen sowie gänzlich branchenfremde Akteure im Neu- und Gebrauchtwagenvertrieb. Insbesondere deren Arbeitsweisen, Geschäftsmodelle und -prozesse unterscheiden sich von denen der tradierten Handels- und Handwerksbetriebe.

Im Werkstattgeschäft führt die zunehmende Zahl elektrischer Antriebe mit geringeren Wartungsbedarfen zu stetig sinkenden Werkstattauslastungen. Aufgrund umfangreicher Fahrerassistenzsysteme sind zudem die Unfallzahlen rückläufig, wodurch die Reparatur- und Instandsetzungsaufträge abnehmen. Zusätzlich führen vermehrt digitale Möglichkeiten, beispielsweise Over-the-Air-Updates sowie Functions-on-Demand, zu einem Rückgang von ortsgebundenen Arbeiten und damit einem Verlust an Wertschöpfung im Autohaus.

Die Elektromobilität und Digitalisierung erfordern daher den Aufbau neuer Kompetenzen. Ein neues kundenzentriertes Mobilitätsverständnis sollte aufgebaut und in die strategische Ausrichtung integriert werden. Parallel sollte das Kfz-Gewerbe auch die eigenen Geschäftsprozesse digitalisieren, um den veränderten Hersteller- und Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Die Studienergebnisse werden am Dienstag, den 31. Januar 2023 von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr, im Rahmen einer Veranstaltung der Landesagentur e-mobil BW vorgestellt.

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich anzumelden und sich über die prognostizierten Effekte auf das Kfz-Gewerbe auszutauschen. Die Teilnahme ist kostenfrei und in Präsenz in der Zukunftswerkstatt 4.0 in Esslingen sowie online möglich.

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